Data seine Egozentrik

Sam Rockwell in: “Moon” (2009) von Duncan Jones

(C) Felix Herzog

Wir schauen einen Film, der nicht von Ridley Scott ist, auch nicht von MTV produziert wurde, das fällt aber nicht weiter auf.

Also nicht nur in unserer personellen Zusammensetzung machen wir da weiter, wo wir bei Blade Runner aufgehört haben. Aber diesmal ist vieles anders: Ein Kammerspiel im Weltraum hatten wir, glaube ich, bisher noch nicht.

Dazu ist es auch noch ein sehr egozentrisches Kammerspiel – in dem ein Robinson Crusoe, den wir hier einfach Sam Bell nennen möchten, mal ganz nebenbei mit sich selbst einen Generationskonflikt aufführt.

Noch zum Schluß dieses Textes, so aus dem Hinterhalt:

Die Zeit ist eine Spirale aus systemkritischen Reflexen! (Nimm das, werte*r Hörer*in, welche*r nie unsere sorgfältig ausgearbeiteten show-notes liest)


Und was ist mit Hall 3000, Gerty 9000, Dewey und Huey ?

Gerty 9000:

Hal 9000:

Dewey und Huey, hier im Bild mit einem Trockennasenprimaten (Lautlos im Weltraum):


Jeff Goldblum: Life Finds a Way:

Xena bei den Simpsons:

Sting bei Dune:

Ghost in the Shell – Anime:

Ghost in the Shell – Realfilm:

Zombieland – Twinkie Truck Scene:


Data sein Soundtrack:

Medley “Star Trek Theme / I Am The One And Only (Chesney Hawkes)”


Data sein Bücherregal und Data seine Veranstaltungstipps :

Im Bücherregal gestellt haben wir diesmal das Comic Mooncop von Tom Gauld, erschienen bei Drawn & Quartely.

Glücklicherweise hat der Verlag auch einen kleinen Kurzfilm zu dem Comic gemacht – so dass ich nicht weiterhin in der Verlegenheit verharren muss, begeistert herum zu stottern. Macht euch selbst einen Eindruck:

Noch mal und immer wieder, als eindringliche Empfehlung: Geht in die Moebius-Ausstellung im Max Ernst Museum in Brühl, denn sie ist sehr gut!

Der Trailer zur Ausstellung:


Data seine Links:


Data seine Kapitelmarken:

  • 0:00:00 Auf dem Mond, ein Blade Runner
  • 0:02:30 Ein bisschen Kevin Spacey
  • 0:06:22 Moon I
  • 0:53:35 Auf der Suche nach dem Guten in der Science-Fiktion
  • 0:58:25 Wir verraten das Ende
  • 1:03:31 Ein Besuch beim Ghost in the Shell
  • 1:05:41 Moon II
  • 1:25:14 Data sein Bücherregal und Data seine Veranstaltungstipps

6 Antworten auf „Data seine Egozentrik“

  1. Ich hab das heute sehr genossen: eine Folge Data sein Hals (fast) nur als Hörer zu hören. Ich kannte davor wirklich so gut wie gar nichts von der Folge (abgesehen von den Soundschnipseln, die ich für die Outtake-Folge hatte), und war ganz einfach (fast) nur Hörer.

    Und als solcher kann ich jetzt auch einen Hörer-Kommentar schreiben (Hurrah!):
    Mir ist bei der kleinen Model-Stadt schon beim allerersten Sehen gleich wieder Philip K. Dick eingefallen. Seine Kurzgeschichte “Kleine Stadt”, in der es um veränderte Realität(swahrnehmung) geht, und in der eine Model-Stadt, die der Protagonist der Geschichte von seiner Heimatstadt baut, eine wichtige Rolle spielt.
    https://www.sffaudio.com/search/?book=small-town&author=philip-k-dick
    Philip K. Dick bleibt also diesem Podcast scheinbar auch immer erhalten. 😉

  2. Hallo ihr Lieben!

    Ich habe “Moon” nicht gesehen, weil mir schon die Prämisse des einsamen Astronauten in einer Mondbasis merkwürdig vorkam. Sein einziger “Gefährte” ist eine KI? HAL 9000 lässt grüßen! Klar, die Parallelen zu “2001 – Odyssee im Weltraum” sind beabsichtigt. Trotzdem gefällt mir die Story von 2001 besser, weil es da um prähistorische Besuche von Aliens und die Erforschung des Monolithen geht. Das funktioniert als Myterium für mich einfach sehr gut. Beim Anschauen des Trailers zu “Moon” fragte ich mich schon, wieso Sam Bell dort allein ist, das kann doch gar nicht sein! Soweit ich weiß, gab es seit den 60iger Jahren keine amerikanische oder russische Raumfahrtmission mehr, bei der das Raumschiff nur mit einem Piloten bemannt war. Die Missionen von Skylab, Mir und Apollo waren alle mit mehreren AstronautInnen bemannt. Bei einigen der chinesischen Shenzhou-Missionen gab es dann wie bei den Mercury-Flügen wieder nur einen Piloten. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es sich um Testflüge handelte. Warum sollte ein Konzern, der in der Zukunft zwecks Rohstoffabbau eine Mondbasis betreibt, zu dieser Vorgehensweise zurückkehren?

    Ich hatte jedenfalls schon damit gerechnet, dass Sam Bell eben NICHT allein ist. Falls er aus irgendeinem Grund ausfallen sollte, wer würde dann die Anlage steuern? Wieso kann die KI nicht alle Aufgaben übernehmen? Warum platziert man nicht einen Satelliten im Mondorbit, so dass von der Kontrollstation auf der Erde über diesen Satelliten eine Funkverbindung zur Mondbasis aufgebaut werden kann? Der Mond ist ca. 1 Lichtsekunde von der Erde entfernt, d.h.: Im Falle einer Störung der Mondbasis könnte die Kontrollstation eingreifen. Ihr stellt ja selbst die Frage, ob sich der ganze Aufwand mit den Klonen wirklich lohnt.

    Damit komme ich zum nächsten Kritikpunkt, den “Klonen”. Seit der Geburt des “Klon”-Schafes Dolly wissen wir ungefähr, was Klonen ist und wie es funktioniert. Es ist eben NICHT so, dass ein erwachsenes Lebewesen wie z.B. ein Mensch durch das Klonen einfach “verfielfältigt” wird (vgl. die angesprochene “Treehouse of Horror”-Episode). Die Sam Bell-Klone wurden von ihren Müttern ausgetragen und geboren, darum müssen sie wie alle anderen Menschen eine Kindheit und Jugend gehabt haben und sich daran erinnern können. Klone sind zwar wie eineiige Zwillinge genetisch identisch, können aber unterschiedliche Erfahrungen machen, unterschiedliche Vorlieben und Abneigungen haben und sich in verschiedene Richtungen entwickeln. So wie ich euch verstanden habe, besitzen alle Sam Bell-Klone nicht nur dasselbe Erbgut, sondern auch dieselbe körperliche Verfassung, dieselben Eigenschaften, dasselbe Aussehen, dieselbe Intelligenz und dieselben implantierten Erinnerungen. Das ist kein Klonen, sondern irgendetwas anderes!

    Eine Wendung nach dem Motto “Sam Bell hat sich alles nur eingebildet” hätte ich als unbefriedigend empfunden, weil es zu einfach wäre.

    Über Podcasts zu den Filme aus den verlinkten Videos (Silent Running, Ghost in the Shell, 2001, Dune) freue ich mich sehr! Eure Frequenz der Veröffentlichungen ist auch im neuen Jahr hoch, alle Achtung! 😃

    LL&P

    Michael

    1. Hi Michael,

      Würde es Sinn machen das Wort Klon durch Replikant zu ersetzen? Das würde Moon noch ein bisschen näher an Blade Runner rücken 😉

      Sicher könnte man sich bei Moon an vielen Stellen Fragen: `Mach das so überhaupt Sinn?´ und diese Frage wäre gerade bei diesem Film nicht unberechtigt, in ansetzten haben wir das ja auch getan – aber letztendlich gefällt mir der Film dann doch zu gut als das ich mich allzu sehr mit seinen Logiklöchern beschäftigen möchte. In diesem Speziellen Fall hat der Film es, meiner Meinung nach verdient das man sich von der Umsetzung und Inszenierung begeistern lässt – ohne sein Gehirn vollkommen ausschalten zu müssen.

      Haben wir schon wieder behauptet, das Hauptcharakter würde sich alles einbildet? Da kommen wir irgendwie öfters hin – aber irgendwie hat Moon mit Blade Runner auch ein sehr traumartigen Charakter gemeinsam, es nicht ganz leicht das Gefühl zu ignorieren das dies alles vielleicht nur eingebildet sein könnte. Aber ich fürchte es konnte auf dauer langweilig werden jedem Film zu unterstellen er würde nur eine von Wahn-Bildern erzählen.

      Dune! Soll da nicht dieses Jahr was neues kommen?

      LL&P
      Thure

      1. Hi Thure,

        es ist vollkommen legitim “Moon” zu mögen! Ich suche auch nicht ständig nach Logiklöchern, da würde ich bei STAR TREK ja niemals fertig werden! 😅

        Alles ist eine Frage des Geschmacks: Was dem Einen gefällt, missfällt einem Anderen. Darum kann man diskutieren! 😉

        “Dune” ist ein gutes Beispiel dafür, weil die verschiedenen Romane und Verfilmungen qualitativ stark schwanken, ich das Universum aber trotzdem mag. Vielleicht nehmt ihr euch die Verfilmung von David Lynch aus dem Jahr 1984 vor und ihr mögt sie nicht, während ich sie verteidige. Ja, in diesem Jahr kommt ein neuer “Dune”-Film in die Kinos und es gibt sogar eine Verbindung zu “Blade Runner”! Der Regisseur ist nämlich Denis Villeneuve, der schon bei “Blade Runner 2049” Regie führte. Ich freue mich sehr darauf. Zusätzlich zum Film kommt auch eine Streaming-Serie mit dem Titel “Dune: The Sisterhood” auf den Markt.

        LG

        Michael

        1. Hi Michael,

          Oh – es lag mir fern Dir Moon ausdrängen zu wollen – ich wollte lediglich sagen, das mich persönlich die Logiklöchern einfach nicht stören wollen, dafür ist der Film mir zu Sympathisch – letztendlich macht die ganze Podcasterei keinen Sinn mehr wenn uns allen das selbe gefällt.

          Denis Villeneuve würde ich es momentan sogar einen brauchbaren Dune-Film zutrauen – mal abwarten….

          LL&P
          Thure

  3. Hi Thure!

    Ich hatte nicht den Eindruck, dass du mir “Moon” aufdrängen wolltest. Wir sind einfach unterschiedlicher Meinung und das finde ich ok.

    Liebe Grüße,

    Michael

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