Data seine engelsgleichen Tennis-Socken

Verstörende Kindheitserinnerungen aus dem Fernseher… wir unterhalten uns heute über einen Trickfilm, der in den 80ern einige Kinder traumatisiert haben dürfte, nicht nur solche, die auf einem fernen Planeten gestrandet waren und nur ein USB-Überraschungsei-Fusselrasierer-Mikro als väterlichen Freund dabei hatten:

Herrscher der Zeit (Les Maîtres du Temps)

…von Pierre Laloux & Moebius, aus dem Jahr 1982.

(Also dieser seltsame Film mit den komischen weißen Engeln…)

Markus, Lars & Felo erinnern sich daran, wie und wann es war, als sie den Film zum ersten mal gesehen haben, und wie er auf unser kindliches Gemüt ausgewirkt hat.
Wir reden über René Laloux, Jean Giraud (alias Moebius), über die Romanvorlage von Stefan Wul, über Unterschiede zwischen Film und Buch, Logikfehler in der Handlung, emotionale Unzulänglichkeiten der Akteure, wir sprechen über Animation, Soundtrack, Design des Films, telepathische Expositions-Gnome und verfettete Raubfische…

Data sein Bücherregal:

Inversion“ von Christopher Priest

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4 Antworten auf „Data seine engelsgleichen Tennis-Socken“

  1. Coole Folge zu einem tollen Thema!

    Bei mir waren es nicht die Engel, bei mir war es das Zeitparadoxon, das ich nie vergessen konnte. Das hat mich damals so verwirrt, dass ich es mir von meinem Vater – weniger erfolgreich – erklären lassen musste.

    Als Kind habe ich den Film nicht am Stück, sondern als Miniserie gesehen. Dann war das vermutlich bei „Fürchterliche Freunde“, vielleicht 1987/1988. Da war ich 9 Jahre alt.

    Jetzt, wo ich es auf Youtube sehe, erinnere ich mich auch an den Vampir und so. „Herrscher der Zeit“ ist aber das, was mir immer in Erinnerung geblieben ist. Irgendwas daran hat mich damals stark angesprochen.

    Vor wenigen Jahren habe ich dann über eine FB-Gruppe rausbekommen, wie der Film hieß und habe ihn mir dann gekauft. Ich erinnerte mich an den kleinen Jungen, der gleichzeitig der alte Mann war und an Raumschiffe/Gleiter, die über Landschaften flogen. Das waren meine Haupterinnerungen, mit deren Hilfe dann andere Leute darauf kamen, welchen Film ich wohl meine.

    Für diesen Podcast habe ich ihn mir gerade zum zweiten Mal seit dem Kauf der DVD angeschaut. Ich denke, dass es eine Weile dauern wird, bis ich ihn mir erneut ansehen werde. Sonderlich unterhaltsam finde ich ihn heute nicht mehr.

    Ja, die Gesichter sind unglaublich starr! Ich glaube, als Kind ein Faible für die Frau gehabt zu haben, aber das kann ich jetzt aufgrund des Gesichts kaum noch verstehen.

    Mit den emotionalen Reaktionen habt ihr auch Recht. Wenn der Vater am Anfang sagt, dass die Mutter tot ist, klingt das fast schon beiläufig, zumindest in der deutschen Synchronisation. Vielleicht ist das im Französischen ganz anders.

    Die Musik hat was! Jemand von Euch sagte etwas ähnliches wie „Diese Klaviatur spielt direkt auf meiner Seele.“ Das trifft es ziemlich gut.

    Als Kölner habt Ihr Euch 2019 vermutlich die Moebius-Ausstellung in Brühl angeschaut. Ich nehme mir ständig vor, zu solchen Veranstaltungen zu fahren, vergesse es dann aber wieder. Hier bin ich aber wirklich mal hingefahren und bin auch super froh darüber. Das war eine sehr schöne Ausstellung.

    Das Verstörendste, was das Kinderfernsehen mir je präsentiert hat, war die Kosmoskatze von Doctor Snuggles. Die war so furchtbar gruselig, dass ich mich immer hinter dem Sofa versteckt habe, wenn sie kam. Dieses Grinsen und vor allen Dingen diese Stimme. Furchtbar!

    1. Nachdem ich jetzt eine Nacht drüber geschlafen habe:

      Das mit diesen Engeln auf dem Planeten ist doch irgendeine Form von Kommunismuskritik, oder?

      Auf der DVD ist ein kleines Special drauf. Hier werden Moebius‘ Projektskizzen gezeigt, während im Hintergrund besagte Melodie läuft. Das hat fast schon was Meditatives.

    2. Die Kosmos-Katze!! Da werden Erinnerungen wach! Die fand ich auch ganz schön creepy!
      Doctor Snuggles hat Qualitäten in puncto Skurrilität, die ich als Kind noch gar nicht zu würdigen gewusst habe. Und es ist heute auch schon wieder viel zu lange her, dass ich den als Erwachsener gesehen habe.

      Und, ja, die Moebius-Ausstellung habe ich gesehen, zwei mal war ich drin. Ich bin sonst in solchen Dingen auch sehr nachlässig, und könnte mich heute noch in den Arsch beißen, dass ich die Tim Burton-Ausstellung im gleichen Museum verpasst habe, aber Moebius habe ich mitgenommen und bin fast in den Bildern versunken!

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