Data seine Bären sind los!

Deep Space 9 “Take Me Out to the Holosuite”

© Felix Herzog

Let’s Play Ball!

Hierzulande geniest Baseball einen ähnlich obskuren Stellenwert wie in der fiktiven Zukunft des 24. Jahrhunderts. Anders in den USA, wo es heute, wie schon seit vielen Jahrzehnten ein Volkssport ist, beliebt wie anderswo auf der Welt nur noch der Gott Fußball.

Umso skurriler erscheint es einem vielleicht, dass Benjamin Sisko als Anhänger dieses Sports im 24. Jahrhundert einer der ganz wenigen sein soll, die dieses Spiel überhaupt noch kennen, spielen – und verstehen. Selbst unter den Bewohnern der Erde (von den Gebieten der ehemaligen USA ganz zu schweigen!) scheint er damit zu einer ganz besonderen Minderheit zu gehören: (möglicherweise) nur er, sein Sohn – und ein verhasster Vulkanier, der Sisko frech zu einem Baseball-Spiel in der Holosuite herausfordert.

Tanja, Gregor und Felo – allesamt Mannschaftsspielen mindestens ebenso ebenso liebevoll zugetan wie hämischen Vulkaniern – beschäftigen sich heute mit dieser obskuren Sportart, im engeren wie auch in weiteren Sinnen. Und weil das ein Star-Trek-Podcast ist und kein SportCast, haben sie sich dazu eine ganz besondere Folge aus der 7. Staffel von Deep Space Nine ausgesucht:

“Take Me Out to the Holosuite / Wettkampf in der Holosuite”

Data seine Links:
Das Beste am Champions League Finale von 2010:
der tote Vogel auf dem Parkplatz!

3 Antworten auf „Data seine Bären sind los!“

  1. Wenn Gregors Lache Junge bekommt will ich das Erste! 😀
    Das Baseball im 24. Jh. “tot” ist lernen wir schon in TNG 3×01 – Evolution (“Die Macht der Naniten”). Keine gute Folge … Wesley rettet den Tag nachdem er fast den Tod aller verursacht hat.
    Der großartige Ken “Zwei Daumen” Jenkins “sieht” alle Spiele der Geschichte vor seinem inneren Auge und macht die Spannung spürbar … gut bei Deutschen springt der Funke nicht so stark über. 😉
    Die Integration vom Baseball in den amerikanischen Alltag sieht man am besten in “Harry und Sally” wenn die Diskussion vom Beziehungsproblemen von “La Ola” begleitet wird.

    Sorry, ich poste grad viele Links aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte und ein Video ist ein Wörterbuch. 😉

    Miles hätte spielen sollen … https://www.youtube.com/watch?v=H9ZQlgapKwg
    Baseball, Baseball, überall … https://www.youtube.com/watch?v=KXQZttToEYs
    Nachsitzen, Freunde! https://memory-alpha.fandom.com/de/wiki/Buck_Bokai

  2. Hallo alle miteinander!

    Ich bin durch Zufall auf diese Folge in meinem Podcatcher gestoßen. Ich bin Trekkie und Baseball-Fan. Ich spiele auch selbst als Shortstop in der dritten Liga. Der SS ist die Position zwischen 2B und 3B, bei den Niners war das Major Kiras Position.

    Ich fand es schade, dass ihr in der Folge den Sport mit den typisch europäisch, besonders typisch deutschen Narrativen behandelt habt. Es war allgemein zu spüren, dass ihr allgemein keine großen Freunde von Sport seid, was absolut okay ist. Aber es ist schade für jemanden, der einen wirklich tollen Sport liebt und immer hofft, dass noch mehr Menschen diesen für sich entdecken können, wenn dann immer nur dröge Narrative und alte Klischees bedient werden.

    Besonders getroffen hat mich die Aussage “die meiste Zeit über passiert gar nichts”. Das stimmt nicht. Der Kern des Sports ist das Duell zwischen Pitcher (Werfer) und Batter (Schlagmann). Das ist ein psychologisches Duell und viele der legendärsten Spiele dieses Sports hatten am Ende einen Spielstand von 1-0. Die Spiele waren deswegen so legendär, weil eben diese Duelle so spannend waren. Baseball ist der einzige Sport, der gleichzeitig eine Einzel- wie auch eine Teamsportart ist. Es ist ein Einzelsport wenn Pitcher und Batter gegeneinander stehen. Ab dem Moment wo der Batter den Ball trifft, wird es zum Teamsport. Alleine das ist schon faszinierend.

    Schade fand ich auch, dass ihr immer so getan habt, als wäre das Spiel total kompliziert. Nun ja, jedes Spiel, dessen Regeln man nicht kennt, ist kompliziert. Aber die ständige Wiederholung der Aussage Baseball sei kompliziert, durch Menschen mit Reichweite verfestigt leider dieses Bild bei den Menschen. Die Regeln sind aber wirklich simpel. Man kann sie ganz schnell erklären:
    – Der Werfer muss einen Ball werfen, der vom Schlagmann getroffen werden muss. Er muss ihn mindestens drei Mal so werfen, dass er auch getroffen werden kann. Trifft der Schlagmann nicht oder schaut nur zu, ist es ein Strike (Fehlversuch). Bei drei Strike ist der Batter out und der nächste Schlagmann dran. Wirft der Werfer den Ball so, dass er nicht gut geschlagen werden kann (außerhalb der Strikezone), ist es ein Ball. Bei vier Balls darf der Schlagmann zur First Base.
    – Die Strikezone ist auch einfach erklärt: es ist quasi das Fenster durch das der Pitcher werfen muss und befindet sich über der Homebase. Die Strikezone ist so breit wie die Base und befindet sich in der Höhe zwischen Ellbogen und Knie des Batters. Wie ihr richtig sagtet, verändert sich dadurch natürlich die Größe der Strikezone bei den Spielern. Die Breite bleibt zwar gleich, aber bei kleinen Menschen ist natürlich Ellbogen und Knie näher beieinander als bei großen Menschen.
    – Wenn man den Ball trifft, muss man ihn natürlich so treffen, dass er ins Feld fliegt, damit die verteidigende Mannschaft auch die Möglichkeit hat ihn zu fangen. Ist der Ball außerhalb des Feldes ist es ein Foul Ball und der Pitcher muss erneut werfen. Übrigens: jeder Foulball ist ein Strike. Da das aber oft passiert, werden Foulballs bei einem Zählerstand von 2 Strikes nicht mehr als Strike gezählt. Ist der Ball innerhalb des Feldes, ist der Ball fair und es geht zum nächsten Punkt:
    – Wird ein fairer Ball direkt aus der Luft gefangen ohne vorher den Boden berührt zu haben, ist der Batter out. Der nächste Batter ist dran und darf sich versuchen. Kommt der Ball auf den Boden auf, wird es spannend, denn um den Batter, den man dann Runner (Läufer) nennt, weil er jetzt am Rennen ist, out zu machen muss der Ball schneller an der Base sein als der Runner, der auf diese zuläuft. Nur wenn der Runner mit irgendeinem Teil seines Körpers eine Base berührt, kann man ihn nicht aus (out) machen. Ein Runner darf immer nur zur nächsten Base laufen, nie zurück. Er darf stehen bleiben, wenn er nicht glaubt die nächste Base zu erreichen, aber zurück laufen geht nicht.
    – Hat ein Runner es geschafft einmal alle vier Bases mit einem Körperteil zu berühren ohne out gemacht zu werden, gibt es einen Run. So heißt das halt, so wie es im Fußball Tor heißt oder im Basketball Punkt.
    – Sind drei Batter/Runner out, ist die andere Mannschaft mit schlagen dran. Ist bei der Mannschaft dann der dritte Spieler out, ist das Inning zu Ende und es geht von vorne los. Nach 9 Innings ist das Spiel zu Ende und die Mannschaft mit den meisten Runs gewinnt. Ist Gleichstand, werden so viele Innings gespielt bis ein Sieger fest steht. Es gibt keine Unentschieden.

    Das war es. Das sind die ganzen Regeln. Klar, wie bei jeder Sportart gibt es dann noch Feinheiten, aber sie alle setzen die oben erwähnten Gegebenheiten nicht außer Kraft und dienen nur dazu das Spiel bei ungewöhnlichen Situationen für beide Mannschaften fair zu halten, so dass in jeder Spielsituation beide Mannschaften die gleiche Chance haben einen Run zu erzielen, bzw. das zu verhindern.

    Ein Irrtum war auch die Beschreibung des Balls. Ich weiß nicht mehr wer es gesagt hat, aber der Baseball ist kein mit Leder umwickelter Holzball. Der Kern ist aus Gummi oder Kork, der mit Garn umwickelt wird um das letztlich das Leder genäht wird. Was aber vollkommen korrekt ist: die Dinger sind wirklich hart und wer davon mal getroffen wird, kann sich durchaus böse verletzen. Selbst ein Wurf von einem Pitcher kann in einem Schädelbruch enden, deswegen die Helme. Ich selbst habe mal im Feld stehend gedankenverloren einen im Training auf mich zukommenden Ball wie einen Tennisball wegtreten wollen und konnte drei Wochen nur humpeln.

    Wie dem auch sei. Baseball ist ein toller Sport, gerade weil er nicht kompliziert ist. Ich habe auch als Kind Fußball und Eishockey gespielt und finde beide Sportarten viel komplizierter. Gerade wegen Abseitsregeln, unterschiedlicher Behandlung von denselben Foulspielen, Sonderregeln in bestimmten Spielfeldbereichen (Strafraum im Fußball, Angriffsdrittel im Eishockey) und solchen Dingen. Es ist so schade, dass immer wieder erzählt wird, dass Baseball so kompliziert sei. Das macht es uns auch immer schwer Nachwuchsspieler zu finden. Dabei hat der Baseball sogar die geringste “Abbrecherquote” bei Kinder und Jugendlichen. In keinem anderen Sport in Deutschland halten Kinder so lange durch und beenden eben nicht irgendwann ihre “Karriere” für einen anderen Sport. Der Sport ist auch deswegen so toll, weil er so inklusiv ist. Es gibt Profis, die alles andere als athletisch sind und sogar sehr hohes Übergewicht haben. In einer leicht abgewandelten Form, dem Softball, kann man den Sport bis ins hohe Alter spielen und hat dabei kaum Nachteile gegenüber jüngeren Spielern. Männer und Frauen können Softball zusammen spielen ohne, dass man die Regeln zu Gunsten der Frauen anpassen muss, weil sie sonst gegen die körperlichen Vorteile der Männer (Muskel- und Knochenbau, Hormonhaushalt, etc.) keine sportliche Chance hätten. Kurz: der Sport ist auf ganz vielen Ebenen ganz toll und es macht mich wirklich jedes Mal traurig, wenn man so über ihn spricht wie ihr es getan habt.

    Aber sehen wir die Sache doch auch einmal positiv: dank dieser Folge habe ich als Podcast-Neuling auch mal einen Star Trek-Podcast entdeckt und habe mir schon direkt weitere Folgen in meine App geladen, die ich mir gerne anhören werde. Alles in allem hat mir die Folge über meine liebste DSN-Folge sehr gut gefallen. Also glaubt bitte nicht, dass meine Kritik böse gemeint ist. Es soll nur ein Hinweis eines neuen Hörers sein.

    1. Ich fasse Deine Kritik ganz und gar nicht als böse auf. Im Gegenteil: ich begrüße es sehr, dass Du uns den Kopf wäschst. Fehler sind dazu da, moniert zu werden, niemand sollte sich davon ausgeschlossen fühlen.
      Wir gehen oft sehr schnoddrig mit den Themen um, die wir vielleicht etwas ernster nehmen könnten, das geb ich zu. Ich persönlich bevorzuge diese Methode, weil ich weiß, dass ich (persönlich) sonst Gefahr, ins bierernste Extrem zu kippen, und das würde mir selber am wenigsten Spaß machen. Aber selbstverständlich heisst das nicht, dass ich darüber stehe, Personen, die Themen ernst nehmen, die ich lakonisch mit dummen Sprüchen abgebügelt habe, nicht selbst ernst zu nehmen. (Ich hoffe, der Satz ergibt den Sinn, den ich auch erzielen wollte.)

      Ich bin ehrlich dankbar, dass Du die Regeln so gut erklärst (und schäme mich gerade reichlich, weil das Hausaufgaben sind, die ich ja vor der Folge eigentlich selbst hätte machen müssen.) Deinen Kommentar in der nächsten Folge vorzulesen, dafür ist er doch zu lang, aber ich werde mir Mühe geben, daran zu denken, ihn in der Folge noch mal ganz deutlich zu erwähnen.

      Und: Was Du über Softball schreibst, das macht mich gerade sehr neugierig. Neugierig darauf, ob ich hier in Köln (die Stad müsste ja eigentlich groß genug sein dafür) nicht vielleicht eine Möglichkeit finde, das mal für mich auszuprobieren. Das könnte dann doch eine Sportart für mich als dicken, alten, unathletischen Mann sein!

      (Und entschuldige bitte, dass ich Deinen Kommentar nicht eher freigeschaltet habe. Urlaubs-Chaos traf auf Podcaster-Chaos, da bleibt schon mal was für ein paar Tage liegen.)

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