Data sein Data

Ein krankhaft ehrlicher Pinocchio

(C) Felix Herzog

Wenn man schon einen Podcast nach einer ganz bestimmten Figur benennt, wäre es eigentlich auch angebracht, irgendwann mal eine Folge über ebendiese Figur aufzunehmen.
Zumindest, wenn man einen Podcast mit Struktur, Plan und Konzept macht.

Also reden wir heute endlich mal eine Folge lang nur* über Lieutenant Commander Data (auch ohne dass wir ein Podcast mit Struktur, Planung und Konzept sind.)

(* was für eine schamlose Lüge!)

Datas Motivation, Gefühle, Regungen, seine krankhafte Ehrlichkeit, sein Status als Person, seine Karriere, seine Kreativität, das Sicherheitsrisiko, das er für Schiff und Besatzung darstellt, seine Liebesbeziehungen, seine Familie, sein Quartier – das alles und so einiges mehr (und einiges andere weniger, das wir vergessen haben) beschäftigen uns heute in dieser Folge.

Data sein Soundtrack:

Medley “Star Trek TOS / Blue Skies (aus: Star Trek Nemesis)”

Data sein Bücherregal:

“Im Schatten des Neumonds” von Phillipe Adamov & Patrick Cothias

(Den Verlag comicplus+ gibt es – entgegen unserer Annahme – übrigens nach wie vor. Und die Comic-Reihe hat insgesamt nicht 8, sondern 10 Bände.)

Data seine Links:

Data seine Kapitelmarken:

  • 0:00:00 Im Andenken an Aron Eisenberg
  • 00:02:49 Intro, Vorgeplänkel & Begrüßung
  • 00:05:18 Thema: “Data”
  • 00:48:22 Kulinarisch-politisches Zwischengeplänkel
  • 00:51:18 Zurück zum Thema: “Data”
  • 01:38:37 Pädagogisches Zwischengeplänkel
  • 01:40:08 Hörer-Feedback
  • 01:52:40 Data sein Bücherregal:
  • 02:00:28 Verabschiedung & Outro

9 Antworten auf „Data sein Data“

  1. Hallo ihr Lieben,

    ja, ich denke das ist der Punkt, Data ist der einzige Androide in der Sternenflotte und sein positronisches Gehirn macht ihn so besonders. Er wird 2338 vom Außenteam der Tripoli aktiviert, 2341 fällt die Entscheidung, dass er die Akademie besuchen darf, 2345 macht er seinen Abschluss. (Da sind eher keine Jahrzehnte verbummelt.) Wer weiß, warum Maddox im Gremium saß… vielleicht war er der jungsche Nachrücker für den Spezialisten für künstliche Intelligenz, der auf einer Konferenz im anderen Sektor nicht gestört werden sollte… oder so. 😉

    Ich glaube, dass das Beförderungsverzögern eine Verkettung diverser Themen ist: Solange Picard und Riker sich nicht befördern lassen, ist an Bord der Enterprise nichts zu machen für ihn und ich denke, auch er möchte das Schiff nicht verlassen. Warum sollte er es auch eilig haben, er hat keine vorgegebene Lebensspanne, die eine innere Uhr ticken lässt. Wie kommt ihr darauf? Ja, er altert äußerlich, aber wie seine „natürliche“ Lebenserwartung ist, dürfte er nicht wissen. Außerdem denke ich, es geht ihm (und sicher auch den Vorgesetzten an mancher Stelle seiner Karriere) um seine persönliche Entwicklung und auf der Enterprise kommt er unter Freunden damit weiter. Zudem, und das finde ich einen bescheuerten Punkt, ist es ja auch mal Thema, dass Humanoide (oder speziell Menschen?) sich manchmal schwer tun, unter ihm zu dienen. Die Sternenflotte könnte seine Karriere auch deswegen verzögern. Die Trottel haben ihn ja auch nach so vielen Jahren ins Gericht genommen. 🙄 „Wem gehört Data“ mag in einigen Aspekten gut sein, aber mich ärgert die Folge einfach nur immens … seit 1992.

    Kopfschmerzen gibt es noch, Crusher sagt nur, dass es sie nicht ohne Grund geben kann. Also wenn, hatte man wohl kurz zuvor vor einer Plasmaexplosion gesessen, was gegen den Kopf bekommen oder hat ein ernsthaftes gesundheitliches Problem, wie vielleicht einen rasch gewachsenen Tumor oder eine jüngst ausgebrochene Krankheit… oder ein Alien belegt einem die Sinne mit fieser Spieluhrmusik. Crusher untersucht Picard in „Die Schlacht von Maxia“ auch direkt besorgt dreinschauend.

    Der Kuchen hörte sich beeindruckend an. 😉 Und ich hätte nicht gedacht, dass mir das Gehör mal etwas spannendes über einen Kuchen verrät, jeder andere Sinn liegt da doch näher. 🤔😋🍫🍰

    Eine schöne Folge, dankeschön. 😁👍🏻

    Herzliche Grüße
    Tanja✌🏻🖖🏻👋🏻

    1. Ich glaube, ich hab mich da sehr missverständlich ausgedrückt: ich bin nicht der Meinung, dass Data seine eigene Haltbarkeitsgrenze tatsächlich kennt (oder kennen müsste), mir würde es nur aus verschiedenen Gründen durchaus plausibel erscheinen, hätte man das an irgendeiner Stelle gesagt. (Es hätte für mich z.B. ganz gut zum analytischen und strukturierten Wesen Datas gepasst, wenn er sich nicht nur seiner Sterblichkeit bewusst wäre, sondern auch des genauen Datums seines Todes – und mit beidem in gewohnter Weise “emotionslos” umgehen würde.)
      Ich bin aber wie gesagt ganz zufrieden damit, dass keiner der Autoren je auf die Idee kam, das zu tun. Warum, das hat ja Karin schon ganz gut gesagt. (Also, warum das gut ist – nicht warum die Autoren dies oder jenes geschrieben oder nicht geschrieben haben – wer weiß so was schon?)

      Das mit der fehlenden Beförderung und dem Rang… das ist echt noch mal ein Thema für sich. Mich wundert ja auch weniger sein Rang innerhalb der Kommando-Hierarchie, sondern nur sein dauerhaft gleichbleibender militärischer Rang als Lt.-Commander.
      Ich erinnere mich an eine Begründung für Harry Kims “ewigen” Ensign-Status gelesen, dass es nur eine begrenzte Anzahl an freien Stellen für Lieutenants, Lieutenant-Commander etc. auf jedem schaff gäbe, und da es im Delta-Quadranten keine “Ausweich-Möglichkeiten” auf andere Föderations-Schiffe gäbe, könne man Harry Kim halt nicht befördern, weil schon alle Offiziersränge vergeben wären.
      Wahrscheinlich ist das auch Quatsch (allein durch die vielen Toten in der Pilotfolge müssten ja auf der Voyager genügend freie Stellen zur Verfügung stehen), denn wenn so was der Grund für Datas ausbleibende Beförderung wäre, hätte auch Troi nicht so ohne weiteres zum Commander befördert werden können (und trotzdem auf der Enterprise bleiben können.)

      Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen – in einem lazy writer’s room wahrscheinlich. 😉

  2. Kling, kling, Trois Name fiel. Ich springe bei ihr oft direkt in die Bresche, ein Zwinkern in Richtung Trek am Dienstag 😉, ich weiß. Sie ist Kommando-Quereinsteiger, warum man auch immer überhaupt im medizinischen Bereich hohe Ränge bekleiden kann, ohne auch Kommandogewalt inne zu haben. Bei ihr ist zumindest niemand vor ihr auf der Karriereleiter. Sie steht nicht in der „Warteschlange“ wie bspw. Riker.
    Hätte Data trotz Riker zum Commander aufsteigen können? Müsste die Sternenflotte ihm dann nicht den 2. Posten eines Schiffes anbieten? Und wenn er es (wie Riker seine Beföderung zum Captain) ablehnt zu gehen, ist es dennoch möglich Commander zu werden? Zieht der militärische Rang nicht den in der Kommando-Hierarchie nach sich? Ich weiß es nicht. Riker kann den Rang des Captains jedenfalls nicht annehmen, solange er den Posten nicht auf einem Schiff ausfüllen kann.

    Vielleicht hat man bei Data was verpasst, stimmt. Aber dann wäre womöglich nur bei einer weiteren Person aufgekommen, dass sie im Grund nicht gehen will. Wie wirkt die Truppe dann? Das Flaggschiff mit einer gestrigen Besatzung, keiner möchte gehen, befördert werden. Ich denke es reichte schon, dass man das Thema bei Riker über die vielen Jahre nicht recht glaubhaft erklären konnte. 😉

    Voyager steht auf einem ganz anderen Blatt. 😉 Der arme vergessene Harry… Uff, da starte ich bald eine Rewatch und fürchte mich schon etwas. 😬

    1. Vielleicht ist es auch ein Enterprise-Problem. Schiffe mit diesem Namen scheinen den Effekt zu haben, Karrieren auf der Stelle treten zu lassen. Zumindest die TOS-Crew……… ach, ich glaube, jetzt wird’s zu kompliziert…

  3. Hallo Karin, Thure und Felo!

    Vielen Dank für die spannende Diskussion! Data ist einer meiner Lieblingscharaktere bei Star Trek und darum denke ich immer wieder über ihn nach. Er möchte sich weiterentwickeln und menschlicher werden, was in vielen Episoden gezeigt wird. Gene Roddenberrys Weltbild war atheistisch/humanistisch geprägt und das ist vielleicht einer der Gründe dafür, dass ein Teil der Menschlichkeit in Datas Entwicklung ausgespart wird. Für viele Menschen sind Spiritualität und Religion nämlich sehr wichtig! Data kann träumen und damit seinem “Vater” Dr. Noonien Soong begegnen. Was wäre, wenn er die Spiritualität für sich entdecken und meditieren würde? Er könnte sich auch mit der vulkanischen Philosophie des IDIC beschäftigen. Die Episode “Qpid / Gefangen in der Vergangenheit” zeigt die TNG-Crew in einem “Robin Hood”-Szenario, in dem Data als Bruder Tuck auftritt. Was wäre, wenn er religiös werden würde? Ich finde es sehr schade, dass alle diese Möglichkeiten durch seinen Tod in “Nemesis” nur in meiner Phantasie existieren. Trotzdem kann jede andere KI eine ähnliche Entwicklung erleben wie Data. Der Holodoc in Voyager hat das gut demonstriert.

    Weil ihr schon so ausführlich über Data gesprochen habt, möchte ich euch ein Thema vorschlagen! Wie wäre es denn mit einem Podcast, der sich allgemein mit “mechanischen Menschen” / “Maschinenmenschen” / “Robotern” in der Science Fiction befasst? Dieses Thema bietet garantiert genug Stoff für lange Diskussionen! Die ersten Maschinenmenschen wurden schon im 19. Jahrhundert von Schriftstellern erfunden. Bemerkenswert finde ich dabei den Roman “Die Eva der Zukunft” oder “Edisons Weib der Zukunft”, der 1886 von Auguste de Villiers de L’Isle-Adam veröffentlicht wurde. Hier ist ein Link zu einem Hörspiel, das der NDR nach diesem Roman produziert hat:
    https://www.ardaudiothek.de/ndr-hoerspiel-box/die-eva-der-zukunft-science-fiction-erzaehlung-ueber-einen-weiblichen-androiden/64176006

    Ich finde es total faszinierend, dass solche Ideen jahrhundertealt sind und immer noch weiterentwickelt werden. Ob ihr euch dieses spannenden Themas annehmt, liegt natürlich bei euch. Ich freue mich jedenfalls immer auf eure neuen Sendungen! 😁

    Ein Podcast zum Thema “Star Trek als Dystopie” würde mir auch gefallen! Ihr habt es bei der Musik in TNG schon angesprochen: Man spielt gern klassische Musik und Riker ist ein Fan des Jazz, also einer Musikrichtung aus dem 20. Jahrhundert. Der beliebeste Musiker auf DS9 ist Vic Fontaine, der stark von Frank Sinatra inspiriert wurde. An Bord der Voyager entwickelt sich das MHN zum Opernsänger, wobei er Stücke von Giuseppe Verdi zum Besten gibt. Nebenbei bringt er auch Seven das Singen bei und singt mit ihr das Lied “You Are My Sunshine” im Duett. Im Reboot von 2009 klaut der junge Jim Kirk das Auto seines Onkels und hört die Beastie Boys in voller Lautstärke, während er auf eine Klippe zurast. In “Beyond” rettet die Crew mit einem Stück der Beastie Boys sogar das Universum. An Bord der Discovery erfährt der Zuschauer, dass es Rolling Stones-Coverbands gibt und “Stayin’ Alive” von den Bee Gees auf Partys gespielt wird. Für mich sieht es so aus, als ob in der Zukunft von Star Trek keine neue Musik mehr produziert werden würde.

    Was für die Musik gilt, kann man auch bei anderen Medien feststellen. Fast alle Holodeck-Programme beziehen sich auf die Jahrhunderte zurückliegende Vergangenheit der Menschen und besonders auf westliche Kulturen. Das fängt bei TNG mit Dixon Hill an, geht mit Sherlock Holmes, einem Jazz-Club in New Orleans und der Simulation eines Cafes in Paris weiter. Es folgen amerikanische Kabaretts aus dem 20. Jahrhundert, Shakespeare-Inszenierungen, eine Pferdesport-Simulation in einer zumindest sehr erdähnlichen Umgebung, Pokerspiele mit Einstein, Newton und Hawking und der Orient-Express. “Generations” zeigt uns ein Segelschiff mit dem Namen “Enterprise” aus dem 19. Jahrhundert.
    Auf DS9 lassen sich die Offiziere wie oben erwähnt am liebsten von Vic unterhalten. Bei Voyager setzt man das fort. Da gibt es eine französische Bar aus dem 18. Jahrhundert sowie einen englischen Landsitz und ein irisches Dorf aus derselben Epoche, Leonardo Da Vincis Werkstatt und die Abenteuer von “Captain Proton”, die eine Kopie der “Flash Gordon”-Serials aus den 1930ern darstellen. Irgendwann hatten sie auch mal ein klassisches Kino, in dem B-Movies aus dem 20. Jahrhundert gezeigt und Popcorn geknabbert wurde. Sind sie etwa ins All geflogen, um diese “Abenteuer” zu erleben? Na gut, die Autoren möchten den Zuschauern etwas zeigen, mit dem sie sich identifizieren können. Trotzdem finde ich Star Trek beim Thema “Kunst und Kultur” teilweise sehr irdisch und gegenwartsbezogen.

    Die klassische Literatur ist das nächste Beispiel. Welches Buch schenkt Captain Spock seinem Freund und Admiral Kirk am Anfang von “Star Trek II: The Wrath of Khan”? Natürlich “A Tale of Two Cities” von Charles Dickens! Welches Buch liest Picard, nachdem er mit den “Kindern von Tama” einen friedlichen Kontakt hergestellt hat? Keine Frage, es sind die Homerischen Hymnen! Welches Buch liest Amanda Grayson ihrem Sohn Spock und ihrer Adoptivtochter Michael vor? Ist doch logisch, es ist “Alice in Wonderland” von Lewis Carrol!

    Zu anderen Formen der Kunst wie Malerei oder Bildhauerei kann man wenig sagen, weil sie kaum erwähnt bzw. gezeigt werden. Das einzige Gemälde, das mir spontan einfällt, ist in “Star Trek VI: The Undiscovered Country” zu sehen und zeigt die Vertreibung aus dem Paradies, eine “alte Erdenmythologie”, wie Spock sagt.

    Ich finde es grundsätzlich schön, wenn in der Fiktion Bezüge zur Kultur hergestellt werden. Bei Star Trek kommt es mir aber erstens sehr selektiv vor (warum erwähnt man nicht auch Kunstwerke aus anderen Teilen der Erde oder von anderen Planeten?) und zweitens sind alle Werke schon jahrhunderte oder Jahrtausende alt. Wie hört sich z.B. die vulkanische Popmusik im 24. Jahrhundert an? Haben die überhaupt so etwas? Wieso spielen die Charaktere keine Holoromane, die von Außerirdischen erstellt wurden? Das wäre eine interessante Auseinandersetzung mit ihrer Kultur! Es gibt natürlich ein paar Ausnahmen. Beispielsweise liest Julian Bashir cardassianische Kriminalromane und stellt dabei fest, dass ALLE Figuren Verbrecher sind. Das deckt sich mit ihrer Gesellschaft, in der Schauprozesse die Effizienz der Justiz demonstrieren. Solche Einblicke finde ich toll, auch wenn sie nur nebenbei eingestreut werden.

    Werden bei Star Trek überhaupt noch neue Kunstwerke geschaffen? Wenn ja, warum sehen wir kaum etwas davon? Mit den fantastischen technischen Möglichkeiten dieses Universums müsste es doch ein Leichtes sein, fremdartige und faszinierende Welten zu erzeugen. Der Austausch mit zahlreichen außerirdischen Völkern sollte die Künstler inspirieren und eine Blütezeit von Wissenschaft und Kultur hervorrufen, so stelle ich mir das zumindest vor. Auf mich wirkt die Föderation (vielleicht auch nur die Menschheit), als ob sie kulturell degeneriert oder stehengeblieben wäre. Das passt irgendwie nicht zu Roddenberrys Utopiegedanken.

    P.S.: Danke an Karin für das Vorlesen meines Kommentars! 😃

    LL&P 🖖

    Michael

    1. Ich glaube, wir müssen uns bald einen professionellen Sprecher für unsere Feedback-Lesungen engagieren. Ich schau mal eben nach, ob Michael Pan Zeit hat… 😉

    2. So viel, so viel… ich kann gar nicht auf alles eingehen, auch nur schwer auswählen, ich glaube, ich hab mir das für den Cast auf.
      Und vielleicht machen wir wirklich mal was zu Deinen Vorschlägen, sie reizen mich beide. Gerade beim Thema Dystopie wäre es reizvoll, ob man noch mehr Anzeichen finden kann, die die These unterstützen.
      Und das Thema Androiden, Roboter, künstliche Intelligenzen steht auch schon lange auf unserer Liste.

      Und danke für den Link, ich freu mich über Hörempfehlungen immer.

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